Vorziehen, direkte Aussaat oder als Jungpflanze kaufen?

Gemüse vorziehen

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Wer kann es auch kaum abwarten, bis die Gemüse-Garten-Saison endlich so richtig losgeht? Und damit diese dann auch ein voller Erfolg wird, gehen die ersten Vorbereitungen jetzt in die entscheidende Phase. Wenn man sich entschieden hat, welche Pflanzen man im Gartenjahr ernten möchte, stellt sich nun die Frage – Was sollte man jetzt schon im Haus auf der Fensterbank vorziehen, was kann man direkt im Beet aussäen und was lohnt sich als Jungpflanze zu kaufen? Grade in meinem ersten Gartenjahr habe ich viel zu viel auf der Fensterbank vorgezogen und Saatgut gekauft, was sich gar nicht gut selber aussäen lässt. Daher hoffe ich, dass die folgenden Tipps und Erfahrungsberichte für euer Gartenjahr hilfreich sind. 

1. Auf der Fensterbank vorziehen

Pflanzen, die ursprünglich aus wärmeren Regionen kommen, viel Wärme benötigen und eine lange Kulturzeit haben, müssen auf der Fensterbank vorgezogen werden. Sät man diese erst im Mai/Juni ins Freiland, dann hat die Pflanze gar nicht genügend Zeit Früchte zu entwickeln, bis die Temperaturen im Herbst wieder sinken. Dazu gehören: 

  1. Tomaten
  2. Paprika
  3. Chilis
  4. Aubergine
  5. Melone
 
Diese fünf werden je nach Sorte von Februar bis Anfang April in Anzuchtschalen auf der Fensterbank oder im Aussaat-Gewächshaus vorgezogen, bevor sie dann ab Mitte Mai ins Freiland gepflanzt werden.

Natürlich kann man noch eine ganze Reihe weiterer Pflanzen im Haus vorziehen und somit eine frühere Ernte erzeugen. Nun muss man sich hier überlegen, ob die zusätzlichen Kosten für die Anzuchtschalen, die Erde etc. und der zusätzliche Platz im Haus / auf der Fensterbank, im Verhältnis zur besseren Ernte stehen. Im ersten Gartenjahr habe ich beispielsweise Erbsen vorgezogen – totaler Quatsch! Denn Erbsen keimen auch bei der direkten Saat im Freiland ganz wunderbar und zuverlässig. Sich da zwei Wochen vorher die ganze Fensterbank mit Erbsen vollzustellen, macht ehrlich gesprochen kaum Sinn. Wo es sich lohnt im Haus vorzuziehen, ist bei Samen und Saatgut, bei denen man weiß, dass diese sehr unregelmäßig keimen. Beispielsweise Sonnenblumen – die ziehe ich dieses Jahr vor, damit ich dann sichergehen kann, wo sie im hinteren Teil vom Garten eingepflanzt wurde. Dann kann ich dieses Jahr hoffentlich vermeiden, dass die Samen von Vögeln gepickt werden oder von Unkraut überwuchert, bevor sie keimen konnten. 

Ein weiterer Vorteil vom Vorziehen im Haus oder in Schalen ist, dass der Platz im Beet frei bleibt. Beispielsweise kann man rote Bete gut vorziehen und währenddessen im Beet andere Pflanzen anbauen. 

2. direkt im Freiland aussäen

Wie eben schon gesagt, habe ich letztes Jahr Erbsen vorgezogen und das werde ich definitiv nicht mehr machen. Alles, was man in Reihen aussäet, wo man einfach mehrere Samen in die Erde legt und nicht 1 Samen pro Quadratmeter kann man einfach direkt im Freiland aussäen. Sollten dann ein paar Samen nicht keimen, fällt das eben überhaupt nicht auf. Dazu gehören beispielsweise :

  1. Radieschen
  2. Spinat
  3. Erbsen
  4. Mangold
  5. Feldsalat
  6. Möhren
  7. Bohnen
 
Aber auch Pflanzen, die schnell sehr tiefe Wurzeln bilden oder Frost und kalte Temperaturen durchaus vertragen oder sogar benötigen sollten immer direkt ins Freiland gepflanzt werden. Hierzu gehören :
  1. Knoblauch
  2. Zwiebeln
  3. Dicke Bohnen
 
Pflanzen, die später eine große Fläche pro Pflanze benötigen, können aber auch ganz einfach direkt ins Freiland ausgesät werden. Dazu gibt man einfach 2-3 Saatkörner nebeneinander ins Pflanzenloch und vereinzelt die Pflanzen später oder lässt nur die stärkste Pflanze stehen, sollten mehrere keimen. Mehrere Saatkörner pro Pflanzenloch wende ich für folgende Pflanzen an :
  1. Kürbis
  2. Zucchini
  3. Mais
  4. Gurke
  5. Feuerbohnen

3. als Jungpflanze kaufen

Man kann ja fast jede Pflanze auch als Jungpflanze im Gartencenter kaufen, das kann so aber mal ganz schnell ins Geld gehen und man gibt hunderte Euro für ein paar Pflanzen aus. Daher versuche ich, so gut es geht, nur Jungpflanzen zu kaufen, die ich wirklich benötige, die ich nicht selber aussäen kann oder die beispielsweise bei mir nicht gekeimt haben. Dazu lohnt es sich auch später im Jahr mal im Gartencenter zu schauen, nach reduzierter Ware – da habe ich letztes Jahr eine Menge rote Bete für ein paar Cents bekommen, die ich dann noch im Garten eingepflanzt habe. 

Als Jungpflanze lohnt es sich Pflanzen zu kaufen, die nicht, oder nur schwer durch Samen vermehrt werden, sondern die einfach durch Stecklinge oder Ableger vermehrt werden. Diese Methode ist meist viel einfacher und erfolgreicher als die Aussaat und hat man diese Pflanze eben noch nicht selber im Garten, dann lohnt es sich eine Jungpflanze zu kaufen : 

  1. Rhabarber
  2. Erdbeere
  3. Himbeeren
  4. Lavendel
  5. Rosmarin
  6. Waldmeister
  7. Bärlauch